BG/BRG
KIRCHENGASSE
Pater Jakob Gapp-Gedenkstätte - Ein Kunstwerk gegen das Vergessen

Das Gymnasium ist nicht nur die erfolgreichste Schulform Österreichs, sondern auch eine, die seit dem 18. Jahrhundert fixer Bestandteil der heimischen Bildungslandschaft ist. Dies wird jährlich am Tag des Gymnasiums gefeiert. Im BG/BRG Kirchengasse wurde aus diesem Anlass im Gedenkjahr 2018 ein Kunstwerk enthüllt, das daran erinnert, dass das Gymnasium auch immer ein Ort des kritischen Reflektierens und Denkens war.

Die Schöpfung des Künstlers Werner Loder stellt den Abschiedsbrief des Priesters und einstigen NS-Widerstandskämpfers Jakob Gapp dar, den er vor seiner Hinrichtung durch das Nazi-Regime an seine Familie geschrieben hatte. 800 Arbeitsstunden und 2000 Euro hat Loder selbst in dieses Werk investiert. Der Schule stellt er die Arbeit, die am 9. November 2018 im Rahmen einer stimmungsvollen Feier eingeweiht wurde, unentgeltlich zur Verfügung. Zwei Jahre hat der Künstler an den Platten gearbeitet, auf denen mit Hilfe von Mosaiksteinchen die Zeilen des Abschiedsbriefes dargestellt sind. „Trotzdem schenke ich dieses Werk der Schule, denn es ist mir wichtig, dass es einen guten Platz bei jungen Leuten bekommt“, erläuterte der Künstler.

Jakob Gapp, der ehemalige Lehrer an der Vorgängerschule des BG/BRG Kirchengasse, dem Marieninstitut, war einer der ersten Widerstandskämpfer gegen das Naziregime. Wegen seiner kritischen Auseinandersetzung mit dem menschenverachtenden Regime musste Gapp Graz 1938 verlassen, da sich der Orden mit den neuen Machthabern arrangieren wollte. Seine Hinrichtung 1943 jährt sich heuer zum 75. Mal.

 

Pater Jakob Gapps Abschiedsbrief